Adolf Hitler, Mein Kampf, 1934, S. 233

»Während in früheren Zeiten die Finanzmärkte eine untergeordnete und dienende Rolle für die Realwirtschaft hatten, hat sich diese Beziehung nun umgedreht. Die Logik und Dynamik maximalen Profits auf den Finanzmärkten dringt heute in alle Poren ökonomischen und sozialen Lebens ein.«
Attac

Angefangen bei den Befürwortern der Marktwirtschaft bis weit ins Lager der linken Kritiker wird ein angeblich finanzmarktgetriebener Kapitalismus zum eigentlichen Problem erklärt. Eine neue Form des Kapitalismus einige nennen ihn Finanzmarktkapitalismus, soll die Krise verursacht haben. Die Frage ist nur, worin unterscheiden sich denn eigentlich der marktwirtschaftliche Zweck und die daraus abgeleiteten Verhaltensweisen und Strategien, die der Kleinunternehmer und seine lokale Bank verfolgen, von den Zwecken und Verhaltensweisen, mit denen Finanzinstitute und kapitalmarktfinanzierte, international tätige Konzerne operieren?

Der »anständige« Arbeitgeber nimmt beim »soliden« Banker Kredit auf – die dieser ohne credit default swaps und Verbriefungstechniken in seiner Bilanz zeigt – und kauft Produktionsmittel und Arbeitskräfte ein. Die Arbeitskräfte dürfen für den Unternehmer die Brote backen, die er dann mit Gewinn verkauft. Da der »anständige« Arbeitgeber bescheiden ist und nur einen Teil seines Gewinns konsumiert, kann er mit dem Rest auf erweiterter Stufenleiter zusätzliche Arbeitskräfte kaufen und mit ihrer Hilfe das Wachstum seines Unternehmens vorantreiben. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sind leider gewisse Maßnahmen zur Intensivierung der Arbeit und Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich unvermeidlich. Mit der Ausdehnung der Produktionskapazitäten, die unser kleiner Kapitalist parallel zu seinen Wettbewerbern vornimmt, sollen Marktanteile auf Kosten seiner Wettbewerber und deren Arbeitsplätzen gewonnen werden. Wenn im Verhältnis zur zahlungsfähigen Nachfrage zu viele Produktionskapazitäten aufgebaut wurden, lohnt sich das Geschäft nicht mehr. Nun geht der Wettbewerb darum, wer beim Gesundschrumpfen besser davonkommt. Wirtschaftliche Gründe für Lebensmittel- und Umweltskandale gibt es begleitet von staatlichen Vorschriften daneben wie eh und je. Denn darin unterscheidet sich der Zweck des kleinen Kapitalisten auch nicht vom großen Bruder: Der Gebrauchswert ist nur Mittel zum Zweck, Geld zu verdienen.

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